Behandlungsratgeber

Beinverlängerung

Viele Menschen sind mit ihren Beinen unzufrieden. Sie leiden an unterschiedlich langen Beinen, Kleinwuchs, angeborenen Fehlbildungen oder an den in Folge eines Unfalls oder einer Erkrankung aufgetretenen Komplikationen. Eine Beinverlängerung kann in vielen Fällen Abhilfe schaffen. Heute ist das Verfahren derart fortgeschritten, dass es auch im Bereich der Schönheitschirurgie angewandt wird.

AUF EINEN BLICK
FÜR WEN IST ES GEEIGNET
  • Eine Beinverlängerung kommt sowohl als Schönheitsoperation als auch aufgrund medizinischer Indikation in Frage.
  • Patienten, die an Fehlbildungen oder unterschiedlich langen Beinen leiden
  • Nach einem falsch verheilten Knochenbruch
  • Bei Folgeerscheinungen nach einer Knochenkrankheit
  • bei Kleinwuchs
  • bei Beinlängendifferenzen (unterschiedliche Länge der Beine) und angeborenen Deformitäten Bei einer Beinlängendifferenz von mind. 5 cm
  • Bei Kindern und Jugendlichen wird die Operation nur dann durchgeführt, wenn dafür medizinische Gründe vorliegen.
  • Zu rein kosmetischen Zwecken werden Beinverlängerungen in der Regel erst nach Vollendung des 18. Lebensjahres durchgeführt.
BEHANDLUNGSDAUER
  • Werden beide Beine operiert, dauert der Eingriff ungefähr drei Stunden.
  • Je nach individuellen Gegebenheiten und abhängig von der angewandten Technik (Marknagel oder Fixateur), ist das eigentliche Wachstum nach dem Eingriff in zwei bis vier Monaten abgeschlossen.
  • Bevor die Heilung vollständig erfolgt ist und die Marknägel aus den Beinen entfernt werden können, vergehen normalerweise eineinhalb bis zwei Jahre.
  • Beim Einsatz eines Fixateurs muss damit gerechnet werden, dass der gesamte Vorgang der Beinverlängerung mindestens 6 Monate lang dauert.
ERHOLUNGSDAUER
  • Patienten bleiben nach der Operation ungefähr eine Woche im Krankenhaus. Danach müssen während mehrerer Wochen sämtliche ärztliche Verordnungen eingehalten werden, um das Auftreten von Problemen zu vermeiden. Dazu gehört auch tägliche Krankengymnastik.
ERFOLGSRATE
  • Dank neuer medizintechnischer Entwicklungen verläuft die Operation in der Regel ohne Komplikationen und bringt das gewünschte Ergebnis. So können die Patienten durch den Eingriff und die darauffolgende Streckungsphase insgesamt um acht bis zehn Zentimeter wachsen.
POTENZIELLE RISIKEN & NEBENWIRKUNGEN
  • Allgemeine Operationsrisiken wie Verletzungen von Blutgefäßen und Nerven, Wundheilstörungen, Infektionen, Thrombosen und Embolien (Verschluss beziehungsweise Verstopfung eines Blutgefäßes infolge eines Blutgerinnsels).
  • Vorzeitige Knochenheilung, die ein erneutes Durchtrennen des Knochens erfordert.
  • Wächst die neue Knochensubstanz nur langsam, kann das Einbringen von körpereigenem Schwammknochen nötig sein.
  • Bei der Beinverlängerung mittels Fixateur sind die Hauptrisiken Entzündungen durch Bohrdrähte und Schrauben.
  • Weniger oft sind durch eine Beinverlängerung Knochenfehlstellungen und Bewegungseinschränkungen möglich.
ALTERNATIVE BEHANDLUNGEN
Kosten
  • Polen

    4.650 €
  • Türkei

    10.350 €
  • Indien

    12.900 €
WIE FUNKTIONIERT ES?

Was ist eine Beinverlängerung?

Heute ist die Beinverlängerung neben ihrem rein medizinischen bzw. rekonstruktiven Einsatz eine der beliebtesten Schönheitsoperationen. Durch verschiedene Methoden werden die Ober- oder Unterschenkelknochen gezielt verlängert. Meist wird das Einsetzen eines Marknagels dabei angewandt. Dieser Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt und bedarf einer gründlichen Nachpflege. Die bei der Operation eingesetzten Marknägel lassen sich nach dem Prinzip eines Teleskops ausfahren. Mit der Zeit bildet sich um die Marknägel neue Knochensubstanz und damit ist der Knochen verlängert. Je nach Indikation und Bedarf stehen für Eingriffe am Ober- und Unterschenkel Marknägel verschiedener Längen und Durchmesser zur Verfügung. Nach ungefähr zwei Jahren können die Marknägel entfernt werden.

Wie verläuft die Behandlung?

  • Heute wird bei der Beinverlängerung am häufigsten die nebenwirkungsarme Marknagelmethode angewandt. Die Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt und dauert ungefähr drei Stunden.

  • Bei dieser Operation durchtrennt der Chirurg zuerst den Knochen des Ober- oder Unterschenkels, um dann an der Bruchstelle einen sogenannten Marknagel einzusetzen, der sich teleskopartig ausfahren lässt. Dabei muss der Markraum des Knochens eine Spur größer aufgebohrt werden, als der Durchmesser des gewählten Marknagels ist, um eine komplikationslosen Einsatz des Nagels zu gewährleisten.

  • Bei diesem Eingriff wird äußerst präzise gearbeitet, der Patient verliert kein Blut, und auch die Haut bleibt relativ unversehrt. Nach der Durchführung einer Probedistraktion, das ist eine Funktionskontrolle der Streckung (Distraktion), werden die Wunden geschlossen und die Operation ist beendet.

  • Erst nach einer Heilungszeit von ungefähr 7-10 Tagen, die der Patient im Krankenhaus verbringt, beginnt man mit der eigentlichen Streckung des Marknagels.

  • Diese erfolgt von außen mit Elektromagneten bzw. durch ein Steuergerät, das der Patient am Ober- oder Unterschenkel ansetzt. Dieser im Steuergerät befindliche Magnet setzt den Verlängerungsvorgang in Gang.

  • Dem Patienten wird genau erläutert, wie er das Steuergerät zu handhaben hat, damit er täglich selbst die Streckung durchführen kann. In der Regel wird der Nagel täglich um einen Millimeter verlängert. Das kann in zwei oder drei Episoden stattfinden. Mit der Zeit wächst um den Nagel herum neue Knochensubstanz.

  • Dieses Verfahren zieht sich drei bis vier Monate hin und wird durch regelmäßige Röntgenaufnahmen kontrolliert. Während dieser Zeit sind physiotherapeutische Behandlungen und spezielle Gymnastikübungen erforderlich. Patienten sollten die Beine sofort nach der Operation nicht oder nur teilweise belasten. Es kann ein paar Jahre dauern, bis sich der Knochen auf die neue Beinlänge eingestellt hat.

  • Bei diesem Verfahren ist es besonders wichtig, langsam und systematisch vorzugehen und die Beine nicht unnötig zu belasten.

Gibt es verschiedene Arten der Behandlung?

Bei der Beinverlängerung unterscheidet man zwischen zwei verschiedenen Verfahren. Beim älteren Verfahren wird von einem sogenannten "Ringfixateur" Gebrauch gemacht, der außen angebracht wird. Auch bei diesem Verfahren wird zuerst der Ober- oder Unterschenkelknochen durchtrennt. Danach wird der Fixateur - eine Art Haltesystem aus Metall - um das Bein herum montiert. Am Fixateur selbst werden mit Schrauben und Drähten sechs Metallstäbe angebracht, die der Patient selbst verstellen muss. Ca. eine Woche nach dem Eingriff wird mit der Verlängerung begonnen. Wird der Fixateur entfernt, darf das Bein noch nicht voll belastet werden. Insgesamt muss man bei dieser Methode in etwa ein Jahr lang durchhalten.

Heute wird dieses Verfahren eher selten angewandt, da ein relativ hohes Infektionsrisiko besteht und die Patienten auch öfters unter Schmerzen sowie starken Spannungsgefühlen leiden. Diese sind dadurch bedingt, dass auch Haut, Muskeln, Sehnen und Nerven von dieser Streckung betroffen sind.

Bei der relativ neuen Marknageltechnik handelt es sich um das bevorzugte Verfahren für die Beinverlängerung. Diese minimal-invasive Operation birgt ein äußerst niedriges Infektionsrisiko und hinterlässt kaum Spuren auf der Haut des Patienten. Die Marknageltechnik ermöglicht eine problemlose Implantation und ist mit deutlich niedrigeren Risiken verbunden. Zwar verspüren Patienten nach der Operation Schmerzen, jedoch können Schmerzmittel bereits nach ein bis zwei Wochen gänzlich abgesetzt werden.

Unter Umständen kann es möglich sein, dass die Marknageltechnik nicht durchführbar ist und auf den Ringfixateur zurückgegriffen werden muss. Das kann bei Kinder mit zu weit geöffneten Wachstumsfugen der Fall sein oder generell bei höhergradigen Knochendeformitäten.

Was kann ich erwarten?

Wenn eine Beinverlängerung als Schönheitsoperation durchgeführt werden soll und keine Fehlbildungen der Knochen vorliegen, ist die Marknageltechnik die Methode der Wahl. Nach der Operation muss der Patient mit gewissen Schmerzen rechnen, außerdem ist Geduld gefragt, denn die postoperative Pflege zieht sich über mehrere Monate hinweg. Der Patient muss die Anweisungen des Arztes genau befolgen und sich an die verschriebenen Therapien halten. Dazu gehören Physiotherapie und tägliche Krankengymnastik. Außerdem ist es wichtig, dass der Patient lernt, wie man mit dem für das Strecken der Beine erforderlichen Steuergerät umgeht.

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