Behandlungsratgeber

Cochleaimplantat

Das Cochleaimplantat ist eine Therapiemöglichkeit für Gehörlose. Voraussetzung für den Einsatz des Implantats ist, dass der Hörnerv noch funktioniert. Dabei erfolgt die Einbringung eines Magneten unter die Haut des Schädels und eines speziellen Hörgerätes in die Hörschnecke. So kann das Hörvermögen gehörloser Patienten und damit auch deren Lebensqualität erheblich verbessert werden.

AUF EINEN BLICK
FÜR WEN IST ES GEEIGNET
  • Patienten, die von einem Hörverlust betroffen sind und mit einem klassischen Hörgerät nicht mehr versorgt werden können
  • Patienten, die beim Einsilbertest weniger als 40 % der gesprochenen einsilbigen Worte verstehen
  • Patienten, die im Laufe ihres Lebens schrittweise ertaubt sind oder ihr Hörvermögen durch eine Erkrankung oder einen Unfall verloren haben
ERFOLGSRATE
  • In der Regel hohe Erfolgsquote von 80 Prozent, abhängig von den individuellen (Vor-)Bedingungen
ERHOLUNGSDAUER
  • 4 bis 6 Wochen
BEHANDLUNGSDAUER
  • Eingriff: 2 bis 4 Stunden
  • Stationärer Aufenthalt: 3 bis 5 Tage
POTENZIELLE RISIKEN & NEBENWIRKUNGEN
  • Meningitis, die durch das Einschleppen von Erregern während der Operation auftreten kann
  • Entzündung im Innenohr
  • eine nicht ganz exakte Platzierung des Implantats kann dazu führen, dass die Ergebnisse nicht optimal sind
  • Generell sind Risiken bei der Operation jedoch selten
Kosten
  • Indien

    12.700 €
  • Türkei

    17.500 €
  • Malaysia

    21.000 €
WIE FUNKTIONIERT ES?

Was ist ein Cochleaimplantat?

Der Einsatz eines Cochleaimplantats verbessert das Hörvermögen bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit spürbar. Die Behandlung kann in jedem Lebensalter erfolgen. In der Regel werden die Implantate jedoch bereits im Kindesalter eingesetzt. Bei diesem Eingriff wird ein Implantat mittels eines Magneten in der Cochlea, der Hörschnecke, befestigt.

Cochleaimplantat

Wie verläuft die Behandlung?

Die Operation erfolgt nach einem standardisierten Verfahren. Der Eingriff zur Implantation dauert in etwa zwei bis drei Stunden und wird in speziellen Zentren, die viel Erfahrung mit den Cochleaimplantaten haben durchgeführt. Danach verbleiben die Patienten etwa drei bis fünf Tage im Krankenhaus. Sollten Komplikationen auftreten, was allerdings sehr selten ist, kann sich der Krankenhausaufenthalt verlängern.

Der Patient bekommt für den Eingriff eine Vollnarkose. In Einzelfällen wird ein Teil der Haare über dem Ohr rasiert. Dann wird ein kleiner Schnitt in die Haut gesetzt, der später nicht mehr zu sehen ist. Dieser Schnitt ist notwendig, um den Schädelknochen freizulegen. Mit einer kleinen Fräse wird die Schädeldecke minimal ausgehoben, um den Magneten zu befestigen, mit dem das Implantat verbunden ist.

Weiterhin wird ein kleiner Gang durch die Schädeldecke gefräst, durch die das Implantat dann bis zur Hörschnecke geführt werden kann. Das Einsetzen selbst ist unproblematisch. Mit dem Verbinden der Elektroden zwischen dem Magneten und dem Implantat in der Cochlea ist die Operation abgeschlossen. Der kleine Hautschnitt wird durch eine Naht verschlossen. Die gesamte Operation nimmt etwa zwei Stunden in Anspruch.

Gibt es verschiedene Arten der Behandlung?

Gemeinsam mit Ihrem Arzt entscheiden Sie, ob Sie ein oder zwei Implantate einsetzen lassen möchten. Über viele Jahre war es üblich, nur ein Cochleaimplantat einsetzen zu lassen. Mittlerweile und vor allem dann, wenn kein Hörvermögen mehr vorhanden ist, entscheiden sich jedoch viele Patienten für das Einsetzen von zwei Implantaten (beidseitige Implantation). Sollte ein Resthörvermögen vorhanden sein, kann es helfen, ein Implantat auf einer Seite einzusetzen und das zweite Ohr mit einem klassischen Hörgerät zu versorgen. Dies ist jedoch eine sehr individuelle Entscheidung, die einer guten Beratung bedarf, da sie wesentlich für den Erfolg der Operation ist. Bei Kindern sollte man beachten, dass es sich um eine wegweisende Entscheidung für das weitere Leben handelt und sich daher über alle Möglichkeiten ausreichend informieren.

Was kann ich erwarten?

Mit dem Einsetzen eines Cochleaimplantats ist es möglich, das Hörvermögen von höhergradig gehörlosen Patienten deutlich zu verbessern. Kommt ein Kind gehörlos auf die Welt, empfehlen Ärzte eine möglichst frühzeitige Operation, damit sich das Kind von klein auf an das Implantat gewöhnen kann. Dadurch erreicht man auch, dass es zeitgerecht zu sprechen lernt. Erwachsene, die sich mit einem gehörlosen Leben bereits arrangiert haben, tun sich mitunter schwer mit dieser Behandlung. Dies führt auch zu ethischen Diskussionen um diese Behandlung oder einer Ablehnung gegen diese. Daher ist eine freiwillige, gut überlegte Entscheidung für den Eingriff für einen guten Erfolg unbedingt notwendig. Sollten Sie eine solche Entscheidung für Ihr gehörloses Kind treffen müssen, ist ebenso eine intensive Beratung notwendig. Nur so können Sie sich vergewissern, dass Sie für Ihr Kind die richtige Entscheidung treffen.

Die Operation bringt den meisten Patienten einen sehr guten Erfolg. Wie zufrieden ein Patient mit einem Cochleaimplantat sein wird, ist oft schwer vorauszusagen und stark von seinen individuellen (Vor-)Bedingungen abhängig. Doch erreicht man im Allgemeinen eine deutliche Hörverbesserung. Dies ist auch oft abhängig davon, ob der Eingriff einseitig oder beidseitig durchgeführt wird. Lediglich bei erwachsenen Patienten, die bereits vor dem Sprechenlernen ertaubt sind, ist ein Cochleaimplantat mitunter wirkungslos. Der Patient würde zwar nach dem Einsetzen des Implantats sein Hörvermögen theoretisch zurückerlangen, kann die Geräusche aber nicht passend verarbeiten, weil das Gehirn zu dieser Verarbeitung nicht(mehr) fähig ist und diese auch nicht mehr erlernen kann.

Der Erfolg der Versorgung hängt somit vom Grad der Hörschädigung und weiteren individuellen Faktoren ab. So müssen die Patienten auch bereit sein, das Hören mit dem Implantat zu erlernen und zu verinnerlichen. Dies wird mitunter mit dem Erlernen einer neuen Fremdsprache verglichen. Kindern und jungen Erwachsenen gelingt es am besten, mit der Versorgung gute Erfolge zu erzielen.

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