Behandlungsratgeber

Diagnose und Behandlung von Darmkrebs

Darmkrebs tritt im Dickdarm auf. Bei Auftreten im Colon oder Mastdarm (Rektum), spricht man von kolorektalem Karzinom.

AUF EINEN BLICK
FÜR WEN IST ES GEEIGNET
  • Patienten, die mit Darmkrebs diagnostiziert wurden
PROGNOSE
  • Die 5-Jahre-Überlebensrate für ein Karzinom im Colon schwankt zwischen 54 % und 85 %, abhängig vom Krebsstadium. Bei einem rektalen Karzinom schwankt der Wert zwischen 13-88 %.
BEHANDLUNGSDAUER
  • Die OP dauert ein bis zwei Stunden, die Dauer hängt aber immer von der Art der OP ab, der Vorgehensweise und damit verbundenen Faktoren.
  • Chemotherapie wird in Zyklen angesetzt: Sie erhalten einige Tage lang Medikamente, danach erholt Ihr Körper sich. Zyklusdauer und die Zahl der Zyklen richten sich nach den verabreichten Medikamenten, der Krebsart und dessen Stadium. Allgemeine Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und Krankheitsgeschichte spielen ebenfalls eine Rolle.
  • Strahlentherapie dauert jeweils einige Minuten und wird einige Wochen lang 5 Tage die Woche angesetzt. Die endgültige Dauer hängt wiederum von der Krebsart, dem Stadium und persönlichen Faktoren ab.
POTENZIELLE RISIKEN & NEBENWIRKUNGEN
  • Risiken bei einer Darmkrebs-OP sind Blutungen, Infektionen, Schmerzen,Blutgerinnsel, Erektionsstörungen, Darmdurchbruch, Probleme beim Wasserlassen
  • Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind unter anderem: Müdigkeit, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Hautveränderungen, Erektionsstörungen, Unfruchtbarkeit, Änderung der Häufigkeit des Wasserlassens
  • Komplikationen bei der Chemo sind unter anderem: Haarausfall, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall, Müdigkeit, Mundwundheit
Darmkrebs

Ursachen und Risikofaktoren

Die folgenden Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, mit Darmkrebs diagnostiziert zu werden:

  • Alter: Darmkrebs wird zumeist bei älteren Patienten über 60 diagnostiziert. Mit steigendem Alter nimmt das Risiko einer Erkrankung zu.
  • Familiengeschichte: Wenn ein naher Verwandter Darmkrebs hatte.
  • Genetische Veranlagung: unterschiedliche Erbkrankheiten wie familiäre adenomatöse Polyposis (Befall des Dickdarms mit Polypen) oder Lynch-Syndrom (Darmkrebsform)
  • Rauchen
  • Alkoholkonsum: Übermäßiger Alkoholkonsum kann zu Darmkrebs führen.
  • Übergewicht: Übergewichtige Personen haben ein erhöhtes Darmkrebsrisiko.
  • Andere Verdauungsbeschwerden wie Morbus Crohn, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Colitis ulcerosa (entzündlicher Befall des Dickdarms und Colons)

Symptome

Die Hauptsymptome bei Darmkrebs sind:

  • Veränderung der Form oder Häufigkeit Ihrer Stuhlgewohnheiten
  • Blut im Stuhl
  • Anhaltende Blähungen und Schmerzen im Unterleib
  • Appetitlosigkeit/ungewollter Gewichtsverlust
  • Darmverschluss

Die oben genannten Symptome werden oft mit anderen Darmerkrankungen in Verbindung gebracht. Halten die Symptome an oder verstärken sich mit zunehmendem Alter, sollte dies Anlass zur Sorge geben. Eine gut fundierte Diagnose ist hier wichtig.

Diagnose und Früherkennung

Bevor irgendwelche speziellen oder größeren Überprüfungen durchgeführt werden, nimmt Ihr Hausarzt eine digitale Rektaluntersuchung vor, bei der er nach Krebsknoten sucht. Unter Umständen müssen Sie auch einen Bluttest absolvieren. Abhängig von den Ergebnissen, wird eine Darmspiegelung vorgeschlagen.

Weiterführende diagnostische Tests beinhalten:

  • Darmspiegelung: Hierbei wird eine lange, biegsame Röhre (das Koloskop) benutzt, um das Innere des Dickdarms zu betrachten.
  • Virtuelle Koloskopie (VC): Mithilfe von VC-Scannern entsteht ein detailliertes Bild Ihres Darms.
  • Flexible Sigmoidoskopie: gleicht einer Darmspiegelung, wird zur Untersuchung des Rektums angewendet

Wie wird Darmkrebs behandelt?

Operation

Eine Operation ist eine der häufigsten Behandlungsarten für Darmkrebs. Abhängig vom Stadium des Krebses sind hier die Hauptoperationsverfahren gelistet:

  • Lokale Exzision: Wird bei frühen Krebsstadien angewandt, bei dem nur ein kleiner Teil der Darmschleimhaut entnommen wird. Kolektomie: wird durchgeführt, wenn der Krebs den gesamten Dickdarm und/oder umgebendes Gewebe befallen hat. Das Krebsgeschwür wird operativ entfernt. Die gesunden Reststücke werden zusammengenäht.
  • Enterostoma/Ileostoma: Damit Ihr Darm heilen kann, wird in manchen Fällen nach einer Kolektomie ein Teil des Darms durch die Bauchwand geöffnet und durch die Haut mit einem Beutel verbunden. Je nachdem, welcher Abschnitt des Darms dafür benutzt wird, nennt man dies Colostoma (Ausleitung vom Dickdarm) oder Ileostoma (Ausleitung vom Dünndarm).

Chemotherapie

Hierbei werden Antikrebsmittel eingesetzt, um Krebszellen abzutöten oder zu verkleinern und, um die Ausbreitung im Körper zu verhindern. Chemotherapie kann vor oder nach einer Operation eingesetzt werden. Entweder, um den Tumor im Vorfeld zu verkleinern, oder, um eine Rückkehr des Krebses zu verhindern. Sie wird in Kombination mit Strahlentherapie eingesetzt oder als Linderungsmittel für späte Krebsstadien. Ein spezifisches Medikament oder eine Kombination aus mehreren Arzneimitteln wird Ihrem Zustand entsprechend verschrieben.

Strahlentherapie

Hierbei wird ionisierte Strahlung auf die Krebszellen gerichtet. Wie die Chemotherapie, kann sie vor oder nach einer OP eingesetzt werden. Wenn eine OP nicht möglich ist, wird Strahlentherapie auch zum Schrumpfen des Tumors benutzt.

Gezielte Krebstherapie

Pharmakologische Entwicklungen haben Medikamente hervorgebracht, die nur ganz bestimmte Proteine oder damit verwandte Elemente im Körper angreifen, um so Krebszellen zu zerstören oder ihre Ausbreitung/Rückkehr zu verhindern. Umliegende Zellen werden dabei nicht geschädigt. Diese Mittel werden häufig in Verbindung mit einer Chemotherapie eingesetzt. Sie können aber auch alleine verschrieben werden.

Bei Darmkrebs greifen die Medikamente die EGF-Rezeptoren (ein Protein in der Zellmembran) an. Die Onkogenese - die Umwandlung gesunder Zellen in Krebszellen - wird so unterbunden. Der Tumor wird verkleinert und an der Ausbreitung gehindert.

Was kann ich von der Behandlung erwarten?

Bitte denken Sie daran: Ihre Krankengeschichte, Ihr soziales Umfeld (Familie und Freunde eingeschlossen), Ihr Lebenswandel, genetische Veranlagung sowie Form und Aggressivität des Krebses, all dies spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahl Ihrer Behandlung. Oft wird eine Mischung aus verschiedenen Behandlungsmethoden empfohlen. Dies kann sich im weiteren Verlauf der Krankheit durchaus noch ändern. Ein solches Vorgehen wird angewendet, damit Ihr Arzt sicherstellen kann, dass Sie die bestmögliche Behandlung für Ihr Krankheitsbild erhalten.

Wie finde ich den richtigen Arzt?

Es ist nur natürlich, dass man vor einem so schwerwiegenden Eingriff wie einer Operation oder Strahlentherapie verunsichert ist und gerne noch eine zweite Meinung einholen möchte. Oder Sie möchten den besten Onkologen für Darmkrebs finden, oder einer klinischen Studie beitreten, die modernste Forschungen auf diesem Gebiet betreibt.

Für Unterstützung mit all diesen Anliegen und zur Beantwortung aller aufkommenden Fragen, ist Qunomedical rund um die Uhr für Sie da.

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