Behandlungsratgeber

Diagnose und Behandlung von Knochenkrebs

Die menschlichen Knochen bestehen aus Kollagen, einem Strukturprotein, und Calciumphosphat, einem Mineral. Unsere Knochen sind lebendes Gewebe: sie wachsen und erneuern sich.

AUF EINEN BLICK
FÜR WEN IST ES GEEIGNET
  • Patienten, die mit Knochenkrebs diagnostiziert wurden
PROGNOSE
  • Die Prognose für Knochenkrebs hängt sehr stark ab von: der Krebsart, dem Zeitpunkt der Diagnose, ihrem derzeitigen Gesundheitszustand
  • Die 5-Jahre-Überlebensrate schwankt zwischen 54 % und 85 %.
BEHANDLUNGSDAUER
  • Die OP dauert eine Stunde oder länger, je nach Art des Eingriffs, und ob eine Amputation vorgenommen wird. In diesem Fall bestimmt die Art der Amputation maßgeblich die Dauer der OP.
  • Chemotherapie wird in Zyklen angesetzt: Sie erhalten einige Tage lang Medikamente, danach erholt Ihr Körper sich. Zyklusdauer und die Zahl der Zyklen richten sich nach den verabreichten Medikamenten, der Krebsart und dessen Stadium. Allgemeine Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und Krankheitsgeschichte spielen ebenfalls eine Rolle.
  • Strahlentherapie dauert jeweils einige Minuten und wird einige Wochen lang 5 Tage die Woche angesetzt. Die endgültige Dauer hängt wiederum von der Krebsart, dem Krebsstadium und persönlichen Faktoren ab.
POTENZIELLE RISIKEN & NEBENWIRKUNGEN
  • Die Risiken bei einer Knochenkrebs-OP sind Blutungen, Infektionen, Schmerzen, Nekrose und Schädigung des Implantats.
  • Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind unter anderem: Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Hautveränderungen
  • Nebenwirkungen der Chemo sind unter anderem: Haarausfall, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall, Müdigkeit, Mundwundheit
KNOCHENKREBS

Die menschlichen Knochen sind aus 3 Zelltypen aufgebaut:

Osteoklasten: verantwortlich für den Abbau von Knochengewebe
Osteoblasten: wichtig für die Proteinsynthese, die wiederum für die Knochenbildung und Mineralisation der Knochen wichtig ist
Osteozyten: Diese Zellen orten oder reagieren auf Druck und Veränderungen am Knochen und senden daraufhin Reparatur- und Wachstumssignale aus.

Hauptarten von Knochenkrebs

Ewing Sarkom

Diese Krebsart tritt vor allem bei Kindern auf.

Osteosarkom

Häufigste Art des Knochenkrebses, kommt oft im Arm oder Bein vor, kann aber in jedem Knochen auftreten

Chondrosarkom

Diese Krebsart befällt den Knorpel und kommt meist bei Erwachsenen vor.

Chordom

Diese Krebsart befällt die Wirbelsäule und kommt hauptsächlich bei älteren Personen vor.

Ursachen und Risikofaktoren

Die folgenden Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, mit Knochenkrebs diagnostiziert zu werden:

  • Vererbung und Mutation: Mutationen in bestimmten Genen sind die Ursache für Retinoblastome (eine Form des Augenkrebses) oder Osteochondrome (ein gutartiger Tumor auf der Knochenoberfläche). Hinzu kommt die genetische Veranlagung durch Knochenkrebserkrankungen innerhalb der Familie durch die Generationen hindurch.
  • Frühere Strahlentherapien: Strahlentherapie für andere Krebsarten kann das Risiko einer Knochenkrebserkrankung für diese Körperregion erhöhen.
  • Andere Knochenbeschwerden: Paget-Syndrom (Verdickung und Deformierung der Knochen) und fibröse Dysplasie (Störung der Knochengewebsbildung)

Symptome

Die Hauptsymptome bei Knochenkrebs sind:

  • Schmerzen: häufigstes und erstes Zeichen der Krankheit, nimmt über den Verlauf der Krankheit an Intensität und Dauer zu
  • Schwellungen: bei Entzündung im Bereich um den Tumor herum
  • Frakturen: Schwächung der Knochen durch die Tumorbildung, was das Risiko einer Fraktur erhöht
  • Taubheit/Kribbeln: durch Druck, den der Tumor auf umliegende Nerven ausübt
  • Unerwarteter Gewichtsverlust und Müdigkeit.

Diagnose und Früherkennung

Ihr Onkologe geht mit Ihnen bei einem Gespräch Ihre Krankengeschichte durch und nimmt eine Untersuchung vor. Zusätzlich werden/können Sie sich folgender Diagnose-Tests unterziehen:

  • Computertomografie
  • Röntgen
  • Magnetresonanztomografie (MRT) scan
  • Knochenszintigrafie (Bildgebungsverfahren unter Verabreichung radioaktiv markierter Stoffe)
  • Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
  • Biopsie (Gewebeentnahme)

Wie wird Knochenkrebs behandelt?

Operation

Es gibt zwei operative Verfahren bei Knochenkrebs:

  • Gliedmaßenerhaltende OP: Dieser Eingriff wird empfohlen, wenn der Krebs sich im Körper noch nicht ausgebreitet hat. Der Chirurg entfernt die Krebszellen und einen Teil des umliegenden Gewebes, die Gliedmaßen werden erhalten. Als Ersatz für den entfernten Teil wird eine Prothese oder ein Knochentransplantat eingesetzt.
  • Amputation: Dies wird nötig, wenn der Krebs bereits Metastasen gebildet hat, oder die gliedmaßenerhaltende OP nicht erfolgreich war.

Chemotherapie

Hierbei werden Antikrebsmittel eingesetzt, um Krebszellen abzutöten oder zu verkleinern und, um die Ausbreitung im Körper zu verhindern. Chemotherapie kann vor oder nach einer Operation eingesetzt werden. Entweder, um den Tumor im Vorfeld zu verkleinern, oder, um eine Rückkehr des Krebses zu verhindern. Sie wird in Kombination mit Strahlentherapie eingesetzt oder als Linderungsmittel für späte Krebsstadien. Ein spezifisches Medikament oder eine Kombination aus mehreren Arzneimitteln wird Ihrem Zustand entsprechend verschrieben.

Gezielte Krebstherapie

Mittel für die gezielte Krebstherapie sind, wie der Name schon sagt, für einen gezielten Einsatz gedacht. Sie greifen nur die Krebszellen an und haben keine nachteiligen Effekte auf andere Körperzellen oder umliegende Zellen. Heutzutage werden Medikamente für die gezielte Krebstherapie dann eingesetzt, wenn eine Chemotherapie evtl. keine Erfolge erzielen würde.

Strahlentherapie

Hierbei wird ionisierte Strahlung auf die Krebszellen gerichtet. Wie die Chemotherapie kann sie vor oder nach einer OP angesetzt werden. Wenn eine OP nicht möglich ist, wird Strahlentherapie auch zum Schrumpfen des Tumors benutzt.

Was kann ich von der Behandlung erwarten?

Bitte denken Sie daran: Ihre Krankengeschichte, Ihr soziales Umfeld (Familie und Freunde eingeschlossen), Ihr Lebenswandel, genetische Veranlagung sowie Form und Aggressivität des Krebses, all dies spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahl Ihrer Behandlung. Oft wird eine Mischung aus verschiedenen Behandlungsmethoden empfohlen. Dies kann sich im weiteren Verlauf der Krankheit durchaus noch ändern. Ein solches Vorgehen wird angewendet, damit Ihr Arzt sicherstellen kann, dass Sie die bestmögliche Behandlung für Ihr Krankheitsbild erhalten.

Wie finde ich den richtigen Arzt?

Vor einem so schwerwiegenden Eingriff wie einer Operation oder Strahlentherapie ist es nur natürlich, dass man verunsichert ist und gerne noch eine zweite Meinung einholen möchte. Oder den besten Onkologen finden möchte, der sich auf Knochenkrebs spezialisiert hat. Oder aber einer klinischen Studie beitreten will, die modernste Forschungen betreibt.

Für Unterstützung mit all diesen Anliegen und zur Beantwortung aller aufkommenden Fragen, ist Qunomedical rund um die Uhr für Sie da.

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