Behandlungsratgeber

Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern auf der ganzen Welt. Er befällt die Prostata, eine kleine Drüse nahe der Blase, die für die Produktion von Samenflüssigkeit verantwortlich ist.

AUF EINEN BLICK
FÜR WEN IST ES GEEIGNET
  • Männer, die mit Prostatakrebs diagnostiziert wurden
PROGNOSE
  • Die 5-Jahre-Überlebensrate nach der Diagnose beträgt 99.6 %.
BEHANDLUNGSDAUER
  • Die OP dauert 2 bis 4 Stunden.
  • Strahlentherapie wird über 4 Wochen angesetzt.
POTENZIELLE RISIKEN & NEBENWIRKUNGEN
  • Neben den üblichen Operationsrisiken, kommen Erektionsstörung und Inkontinenz als mögliche Langzeitnebenwirkungen hinzu.
  • Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind unter anderem: Haarausfall im Schambereich, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen beim Wasserlassen und erhöhte Häufigkeit des Wasserlassens
Prostatakrebs

Ursachen

Prostatakrebs entsteht durch abnorme Zellen, die sich durch Mutationen aus gesunden Prostatazellen entwickelt haben. Durch unkontrolliertes Teilen wachsen sie zu Zellhaufen und formen so Tumore. Einige Faktoren erhöhen Ihr Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken:

  • Alter: ältere Männer sind eher betroffen. Prostatakrebs kommt meist bei Männern über 65 vor.
  • Hautfarbe: Schwarze Menschen sind anfälliger für Prostatakrebs als Weiße. Warum das so ist, ist noch nicht zufriedenstellend geklärt, es scheint aber genetische Ursachen zu haben.
  • Familiärer Hintergrund: Ist ein Mitglied Ihrer Familie an Brust- oder Prostatakrebs erkrankt, erhöht sich auch Ihr Risiko auf eine Erkrankung.

Symptome

In den frühen Stadien äußern sich keine Symptome. Erst mit Fortschritt der Erkrankung können folgende Symptome auftreten:

  • Häufiger Harndrang
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Unvollständiges Wasserlassen oder ein schwacher Strahl

Die oben genannten Symptome können auch bei anderen Prostatabeschwerden auftreten, Sie sollten sich daher diagnostischer Tests unterziehen.

Bei Metastasenbildung können auch folgende Symptome auftreten:

  • Erektionsstörung
  • Blutungen bei der Ejakulation oder beim Wasserlassen
  • Schmerzen in Hüfte, Rücken oder im Becken

Diagnose

Für Prostatatkrebs gibt es eine Reihe von Tests, unter anderem:

  • Bluttest: um die Menge an prostataspezifischen Antigenen (PSA) zu bestimmen (einem vom Drüsenepithel der Prostata produziertem Enzym)
  • Körperliche oder digitale Rektaluntersuchung der Prostata
  • Bildgebende Verfahren: MRT/CT oder ein Knochenscan können durch Ihren Arzt angeordnet werden
  • Biopsie: Wird dann durchgeführt, wenn der Chirurg ungewöhnliches Gewebe in der Prostata findet oder erhöhte PSA-Werte im Blut vorliegen.

Wie wird Prostatakrebs behandelt?

Operation

Basis für eine Prostatakrebs-OP ist die radikale Prostatektomie, die vollständige Entfernung der Prostata (und Teile des umliegenden Gewebes). Wenn der Krebs auf die Prostata beschränkt ist, ist dies eine nützliche Behandlung.

Traditionell verläuft die OP folgendermaßen:

  • Vor der OP bekommen Sie eine Vollnarkose oder örtliche Betäubung der unteren Körperhälfte (Spinal-/Epiduralanästhesie).
  • Es wird ein Einschnitt vom Unterleib bis zum Schambein gesetzt.
  • Die Prostata und jegliches umliegendes erkranktes Gewebe wird entfernt.
  • In den Penis wird ein Katheter eingesetzt, um das Wasserlassen zu erleichtern. Er wird nach ca. 2 Wochen wieder entfernt.
  • Die Wunde wird vernäht und verbunden.

Die OP kann auch per manueller oder robotergesteuerter Laparoskopie (Bauchspiegelung) durchgeführt werden.

Strahlentherapie

Hierbei wird ionisierte Strahlung auf die Krebszellen gerichtet. Dies zerstört die Krebszellen, schädigt aber auch einige der gesunden Zellen. Durch Zellreparatur können sich diese aber wieder regenerieren. Die Therapie dauert mehrere Wochen und findet an 5 Tagen die Woche in kurzen Sitzungen statt.

Diese Behandlung bietet sich bei Männern mit lokalisiertem Prostatakrebs an, der nur in nebenliegendes Gewebe vorgedrungen ist. Dazu wird im Vorfeld noch eine Hormontherapie angesetzt, die die Prostata schrumpfen lässt. Dies gewährleistet eine höhere Erfolgsrate.

andere Behandlungsformen

Andere, weniger bekannte, Behandlungen sind unter anderem:

  • Brachytherapie: Interne Strahlentherapie, im Gegensatz zu der oben beschriebenen externen Strahlentherapie. Eine Strahlungsquelle wird dabei im Innern des Körpers platziert, um die Krebszellen abzutöten. Dies kann temporär oder permanent sein.
  • Hochintensiver fokussierter Ultraschall: Die Krebszellen werden mit hochfrequenten Schallwellen beschossen und so abgetötet.
  • Hormontherapie: Sie stellt eine Langzeittherapie dar, geeignet für Männer in späteren Krebsstadien. Oder aber als kurzzeitige Nebentherapie. Sie hemmt die Testosteronproduktion im Körper oder stoppt das Ansammeln in den Epithelzellen der Prostata.
  • Chemotherapie: Hierbei werden Antikrebsmittel eingesetzt, um Krebszellen abzutöten oder zu verkleinern und, um die Ausbreitung im Körper zu verhindern. Diese Therapie bietet sich für fortgeschrittene Krebsstadien an.

Was kann ich von der Behandlung erwarten?

Prostatakrebs wächst sehr langsam und hat in den frühen Stadien keine Symptome. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Behandlungsmethoden, von einer Operation bis zur Brachytherapie. Welche der Methoden für Sie angedacht wird, hängt ganz davon ab, wie sich der Krebs bei Ihnen entwickelt. Jede Therapie kommt mit ihren ganz eigenen Risiken und Nebenwirkungen, lassen Sie sich zuvor deshalb ausgiebig durch Ihren Arzt darüber aufklären.

Die Überlebenschancen von Prostatakrebs liegen bei fast 100 %, sind also ausnehmend gut. Zusammen mit Ihrer mentalen Einstellung und der Bereitschaft, sich ganz auf die Behandlung einzulassen sind entscheidend für das Ergebnis.

Wie finde ich den richtigen Arzt?

Operation oder Strahlentherapie stellen einen schwerwiegenden Eingriff dar. Verunsicherung ist da nur natürlich. Sie möchten vielleicht noch eine zweite Meinung einholen, den besten Onkologen für Prostatakrebs finden, oder einer fortschrittlichen klinischen Studie zu Prostatakrebs beitreten.

Für Unterstützung mit all diesen Anliegen und zur Beantwortung aller aufkommenden Fragen, ist Qunomedical rund um die Uhr für Sie da.

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