Das Hüftgelenk besteht aus mehreren Teilen, nämlich dem Oberschenkelknochen, der Gelenkpfanne und dem Knorpel. Nach einem Unfall oder aufgrund verschiedener Krankheiten, bei denen sie verschleißen - wie beispielsweise Arthrose -, können diese Teile ersetzt werden. Dabei gehört das Einsetzen einer künstlichen Prothese in der Hüfte zu den häufigsten Operationen und ist mittlerweile Routine in vielen Kliniken weltweit.

AUF EINEN BLICK
FÜR WEN IST ES GEEIGNET
  • Für alle Patienten, die aufgrund eines Unfalls oder einer fortschreitenden Abnutzung an ständigen Schmerzen und/oder Bewegungseinschränkungen leiden, die weder medikamentös noch durch Physiotherapie behandelt werden können.
  • Patienten mit Hüftarthrosen und chronisch steifen Gelenken. Die damit einhergehenden Beschwerden lindert meist nur eine Prothese.
  • Um gesunde Gelenke vor einer möglichen Schädigung durch die schmerzbedingte Fehlbelastung zu schützen
ERHOLUNGSDAUER
  • Kurzfristig: Der stationäre Klinikaufenthalt dauert 1-2 Wochen.
  • Langfristig: Nach 3-6 Monaten können die meisten Patienten ihren gewohnten Alltag leben. Die Rehabilitationszeit nach einer Hüft-OP ist abhängig von Alter und Allgemeinzustand des Patienten.
BEHANDLUNGSDAUER
  • Der eigentliche Eingriff dauert nur etwa 60 to 90 Minuten.
ERFOLGSRATE
  • Der Einsatz von Hüftprothesen gilt in Deutschland und vielen anderen Ländern als Routine. Die Operationstechniken haben sich im Lauf der letzten 30 Jahre signifikant verbessert. Die Erfolgsrate liegt heute zwischen 90 % (nach 10 Jahren) und 80 % (nach 20 Jahren).
POTENZIELLE RISIKEN & NEBENWIRKUNGEN
  • Probleme aufgrund der Narkose
  • allergische Reaktionen
  • starker Blutverlust
  • Infektionen
  • Verletzungen von Nerven und Gefäßen
  • Lockerung der Hüftprothese
  • in komplizierten Fällen: Beinachsen- und/oder Beinlängenveränderungen

Kosten

Nachfolgend finden Sie die Startpreise für eine Hüftprosthese-OP in mehreren Ländern.

  • Indien

    4.020€
  • Polen

    6.050€
  • Litauen

    6.800€
WIE FUNKTIONIERT ES?

Was ist eine Hüftprothese?

Eine Hüftprothese ist ein künstliches Hüftgelenk, das operativ eingesetzt wird, wenn Physiotherapien und Medikamente keine Schmerzlinderung bzw. Verbesserung der starken Bewegungseinschränkung mehr bewirken. Dabei können Teile des Gelenks oder das komplette Gelenk (Totalendoprothese) ersetzt werden. Aufgrund der längeren Haltbarkeit wird meist das gesamte Hüftgelenk ersetzt.

Die Teile einer Prothese können aus verschiedenen Materialen bestehen. Dazu gehören die Gelenkpfanne aus einer metallischen bzw. einer Schale aus Kunststoff oder Keramik sowie der Schaft. Letzterer kann zementiert, zementfrei oder als Kurzschaft eingebracht werden. Auf dem künstlichen Schaft sitzt zudem der Prothesenkopf, der - je nach Anatomie des Patienten - unterschiedlich lang und breit gewählt wird.
Der Einsatz des künstlichen Hüftgelenks erfolgt im Rahmen einer minimalinvasiven Operation, d. h. die Prothese wird über einen kleinen Schnitt in den Körper eingebracht.

Wie verläuft die Behandlung?

Die Hüftprothese kann nach erfolgter Abklärung über Prothesenart, genaue Position und Größe implantiert werden. Als Operationsmethode gibt es die klassische offene Operation, bei der zur Einbringung der Hüfte ein großer Schnitt erfolgt. Viel häufiger wird aber die minimalinvasive Operationstechnik angewandt, bei der sowohl die Operationsinstrumente als auch die Hüfte über einen kleinen Schnitt eingeführt werden. Welche Methode angewandt wird, ist individuell verschieden.

Der Eingriff erfolgt meist in Vollnarkose, in einigen Fällen ist auch eine Betäubung der unteren Körperhälfte (Kreuzstich) ausreichend. Zuerst wird der Hüftkopf chirurgisch entfernt, gefolgt vom oberen Anteil des Oberschenkelknochens. Dann erfolgt eine Vorbereitung der Gelenkpfanne, damit das künstliche Gelenk eingesetzt werden kann. Je nach Typ der verwendeten Prothese (zementfreie Prothese, zementierte Prothese oder Hybridprothese) befestigt der Chirurg die Hüftprothese nun entsprechend am Knochen. Dabei wird das Gelenk entweder mit einem speziellen Kleber angebracht oder in den vorhandenen Knochen eingepasst. Beide Verfahren können auch kombiniert werden. Abschließend werden die im Zuge der Operation durchtrennten Strukturen wie Sehnen, Muskeln und Haut vernäht. Das Einbringen eines neuen Hüftgelenks dauert in der Regel etwa 90 Minuten.

Gibt es verschiedene Arten von Hüftprothesen?

Bei vollständigen Hüftprothesen (Totalendoprothesen) können drei verschiedene Arten zum Einsatz kommen. Sie unterscheiden sich darin, auf welche Weise sie mit dem körpereigenen Knochen verbunden werden. Das Alter des Patienten und die Art der Vorerkrankung sind dafür ausschlaggebend, welche Art von Hüftprothese eingesetzt wird.

1. Zementfreie Prothesen: Hier wird das künstliche Hüftgelenk (Hüftpfanne und Schaft) im Knochen verschraubt oder in den Knochen geklemmt. Bereits nach wenigen Wochen ist das Knochengewebe in das Implantat eingewachsen und der Prothesenschaft damit in der natürlichen Knochenstruktur fixiert. Zementfreie Prothesen kommen in der Regel eher bei jüngeren Menschen zum Einsatz, deren Knochensubstanz insgesamt kräftiger ist.
2. Zementierte Prothesen: Diese werden bei Patienten mit nichtoptimaler Knochenqualität verwendet. Bei der zementierten Prothese verwendet der Operateur einen speziellen Knochenzement, mit dem er sowohl die künstliche Gelenkpfanne als auch den künstlichen Gelenkschaft im Knochen verankert.
3. Hybridprothese: Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um eine Kombination der beiden Varianten. Dabei wird die künstliche Gelenkpfanne zementfrei verankert, der Prothesenschaft wird mit Knochenzement befestigt.

Was kann ich erwarten?

Der Erfolg der Operation hängt vom Patienten und dessen Rehabilitationsfähigkeit ab. Im Allgemeinen ist jedoch zu sagen, dass die Hüftprothese meist die letzte Chance auf ein normales Leben ist, da sie Schmerzen vermindert und die Beweglichkeit erhält. Die Erholungszeit hängt unter anderem von der Mobilität und der Fitness des jeweiligen Patienten ab. Aber auch die Vitalität des Gewebes spielt bei der Genesung eine große Rolle. Nach der Operation sollten zunächst gewisse Bewegungen und Positionen vermieden werden, um das Gelenk zu schonen und das Herauslösen des Prothesenkopfes aus der Pfanne zu vermeiden. Dabei helfen Physiotherapien mit einem speziellen Gehtraining, Gangschulungen und alltägliche Übungen wie Treppensteigen und Ankleiden dem Patienten dabei, sich schnell wieder mobil zu fühlen. In der Regel ist es möglich, nach etwa 12 Wochen normale Tätigkeiten wieder selbstständig durchzuführen und sitzende oder sogar stehende Arbeiten zu verrichten.

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