Der Wunsch, ein Baby zu bekommen, ist für alle Paare ein sehr emotionales Thema. Wer sich sehnlichst ein Kind wünscht, aber einfach nicht schwanger wird, für den wird das Ganze schnell zur Zerreißprobe. Allerdings gibt es heute sowohl für Frauen als auch für Männer, die Schwierigkeiten mit ihrer Fruchtbarkeit haben, eine Vielzahl von Optionen. Eine besonders beliebte Methode ist die sogenannte In-vitro-Fertilisation, die in der Regel als IVF abgekürzt wird. Dabei handelt es sich um eine Möglichkeit der künstlichen Befruchtung. Aber was genau passiert bei IVF?

Dieser Beitrag beantwortet die häufigsten Fragen rund um diese Form der künstlichen Befruchtung und gibt einen umfassenden Überblick zu den Abläufen, Kosten und für wen sich das Verfahren eignet.

Was ist In-vitro-Fertilisation und wie funktioniert es?

Die In-vitro-Fertilisation zählt zu den sogenannten "assistierten Reproduktionstechnologien". Die Besonderheit an diesem Verfahren ist, dass eine Eizelle außerhalb der Gebärmutter von Hand mit einem Spermium zusammengeführt wird. Diese befruchtete Eizelle wird dann händisch zurück in den Uterus der Frau übertragen.

In einem ersten Schritt wird daher eine gewisse Anzahl von Eizellen der Patientin entnommen. Im Labor werden dann diese extrahierten Eizellen mit dem Sperma kombiniert, sodass sich mehrere Embryonen entwickeln können. Der Spezialist setzt diese Eizellen im Anschluss in den Uterus der Frau, sofern die Befruchtung erfolgreich war.

In-vitro-Fertilisation gilt weltweit als eine der erfolgreichsten und am häufigsten genutzten Formen der medizinisch unterstützten Fortpflanzung. Darüber hinaus ist es auch eines der flexibelsten Verfahren. Sowohl heterosexuelle Paare als auch gleichgeschlechtlichen Paare oder alleinstehende Frauen haben die Chance sich mit IVF den lang ersehnten Kinderwunsch zu erfüllen. Allerdings unterscheiden sich die nationalen Regularien und Gesetze sehr stark , wenn es um die Umsetzung des Verfahrens geht.

Wie viel kostet IVF?

Die Kosten für eine In-vitro-Fertilisation variieren stark, je nachdem, in welchem Land sich die Fachklinik befindet. Um Kosten zu sparen, reisen viele Frauen oder Paare ins Ausland zu spezialisierten Kliniken und lassen sich dort behandeln. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Kosten in den beliebtesten Ländern für eine IVF-Behandlung.

Übersicht der IVF-Kosten in verschiedenen Ländern (ein Zyklus mit eigenen Eizellen):

Country EUR
Czech Republic 2 500
Ukraine 2 700
Greece 2 800
Turkey 3 000
Poland 3 300
Spain 5 000
Germany 5 500
UK 7 000
South Africa 1 990
Malaysia 3 100
Thailand 5 200
Australia 6 200
Mexico 6 700
Canada 8 600
USA 12 900

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Zahlt meine Krankenversicherung für eine IVF-Behandlung?

Es lässt sich nicht pauschal beantwortet, ob die Krankenkasse die gesamten Kosten für die Behandlung übernimmt. Je nach Vorgeschichte der Patienten, der jeweiligen Krankenkasse und den Details des Behandlungsablaufs unterscheidet sich die Eigenbeteiligung sehr stark.

Für gesetzlich versicherte Patienten gilt:

Legen Sie ihrer Krankenkasse vor Beginn der Behandlung einen Behandlungsplan vor, der die Details der geplanten Behandlung und die geschätzten Kosten enthält.
Grundsätzlich gilt: Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt 50 Prozent der Behandlungs- und Medikamentenkosten für:

  • 8 Zyklen einer Insemination ohne vorherige hormonelle Stimulation
  • 3 Zyklen einer Insemination mit hormoneller Stimulation
  • 3 Zyklen einer IVF oder einer ICSI-Behandlung

Voraussetzungen für die Kostenübernahme:

  • Das Paar ist verheiratet und es werden ausschließlich Ei- und Samenzellen der beiden Ehepartner verwendet.
  • Beide Ehepartner sind mindestens 25 Jahre alt. Die Frau ist höchstens 40 Jahre und der Mann höchstens 50 Jahre alt.

Gesetzliche Krankenkassen dürfen ihren Versicherten über die 50-prozentige Kostenbeteiligung hinaus weitere freiwillige Mehrleistungen anbieten. Hierbei hat jede Krankenkasse ihre eigene Vorgehensweise.
→ Bitte informieren Sie sich vor der Behandlung darüber, in welchem Fall und welche Kosten ihre Krankenkasse übernimmt.

Für privat versicherte Patienten gilt:

Hier sind die Regelungen weniger eindeutig als bei den gesetzlichen Krankenkassen. Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist, dass eine organische Ursache für die Unfruchtbarkeit nachweisbar ist. Wenn dies von den Patienten nicht belegt werden kann, ist die Krankenkasse nicht verpflichtet, sich an den Kosten für die Behandlung zu beteiligen. Hier ist es allerdings ratsam, sich seinen individuellen Versicherungsvertrag genau anzuschauen. Bei manchen Verträgen gelten keine Altersgrenzen und die Anzahl der Versuche ist oftmals nicht pauschal festgelegt. Aber auch hier gilt: Klären Sie die Details zur Kostenübernahme vor dem Beginn Ihrer Behandlung mit der Krankenkasse ab, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Für wen eignet sich IVF?

Durch die Methode, die bei IVF angewandt wird, eignet sie sich für Patienten mit verschiedensten Ursachen für die Unfruchtbarkeit. Selbst wenn Sie in Ihrem Heimatland auf Begrenzungen oder Einschränkungen stoßen, können Sie sich problemlos im Ausland behandeln lassen. Jedes Land verweist auf eigene nationale Regularien und Gesetze, sodass es für jeden Patienten eine Lösung gibt. Selbst wenn das gewünschte Verfahren, wie beispielsweise eine Samenspende im eigenen Land nicht möglich ist, helfen spezialisierte Kliniken, die nur eine Flugstunde entfernt sind.

Natürlich unterscheiden sich auch Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um für eine Behandlung mit IVF geeignet zu sein je nach Land. Im Allgemeinen kann man sagen, dass Frauen in guter körperlicher Verfassung sein sollten, sodass eine Schwangerschaft kein Risiko darstellt. Auch der Mann sollte gesund sein und lebensfähige Spermien nachweisen können.

Darüber hinaus haben Paare, die seit mindestens zwei Jahren versuchen schwanger zu werden oder nachweisen können, andere Fruchtbarkeitsoptionen probiert zu haben, in der Regel sehr gute Chancen.

Welche Schritte umfasst eine IVF-Behandlung?

Schritt eins

Die Behandlung beginnt tatsächlich lange vor der Eizellentnahme. Zunächst nimmt die Frau verschiedene Medikamenten, die die Eizellenproduktion stimulieren. Für den Erfolg der Behandlung ist es entscheidend, so viele gesunde Eizellen wie möglich entnehmen zu können. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein gesunder, lebensfähiger Embryo entstehen kann.

Neben der Medikamenteneinnahme führen die Ärzte Ultraschalluntersuchungen und Blutuntersuchungen durch, um sicherzustellen, dass die Eierstöcke der Frau gesund sind und ihr Hormonspiegel so eingestellt ist, dass die richtige Menge an Eizellen produziert werden kann.

Schritt zwei

Dieser Schritt beinhaltet die chirurgische Entnahme der Eizellen. Dies ist ein minimal invasiver Eingriff bei dem eine Hohlnadel eingeführt wird, um die Eizellen aus den Eierstöcken zu extrahieren. Der Spezialist verwendet Ultraschallbildgebung während des gesamten Verfahrens, um den Eingriff so schnell und effizient wie möglich auszuführen.

Während der Operation wird die Frau medizinisch versorgt und liegt bequem, um mögliche Schmerzen oder Beschwerden zu minimieren.

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Schritt drei

Sobald die Eizellen extrahiert worden sind, wird der Mann gebeten, eine Spermaprobe bereitzustellen, die mit den Eizellen kombiniert werden kann. Falls die Frau jedoch eine Samenbank verwendet, wird der zuvor ausgewählte Spendersamen mit ihren Eizellen kombiniert, und dieser Schritt ist unnötig.

Schritt vier

Sobald die Eizellen und das Sperma gesammelt wurden, kann der Prozess der manuellen Befruchtung beginnen. Dies wird als Insemination bezeichnet und beinhaltet die sorgfältige Kombination von Sperma und Eizellen in einer Laborschale.

Schritt fünf

Die Eizellen werden dann gelagert und sorgfältig überwacht, um sicherzustellen, dass eine angemessene Befruchtung stattfindet und die Zellen sich korrekt teilen. Wenn dies geschieht, werden die Eizellen als Embryonen betrachtet und können in den Uterus der Frau implantiert werden.

Schritt sechs

Im Allgemeinen kann es drei bis fünf Tage dauern, bis sich die befruchteten Eizellen zu Embryonen entwickelt haben. Sobald die Eizellen zu Embryonen geworden sind, werden sie zur Implantation in die Gebärmutter übertragen.

Diese Übertragung erfolgt normalerweise mit einem kleinen, dünnen Schlauch, der in die Gebärmutter eingeführt wird. Während dieses Verfahren im Allgemeinen schmerzlos ist, erleben einige Frauen Krämpfe oder leichte Beschwerden. Diese Symptome verschwinden typischerweise kurz nachdem das Verfahren abgeschlossen ist.

Nach dem Embryotransfer kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis sich die Embryonen zu einer erfolgreichen Schwangerschaft entwickeln.

Was sind die potenziellen Risiken oder Komplikationen bei diesem Verfahren?

Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es Risiken und potenzielle Komplikationen. Das medizinische Team in der von Ihnen ausgewählten Klinik wird dieses Thema vor dem Eingriff ausführlich ansprechen. Im Folgenden finden Sie eine Liste der häufigsten Nebeneffekte und Risiken:

• Leichte Blähungen oder Krämpfe • Verstopfung • Brustspannen • Stimmungsschwankungen • Hitzewallungen • Kopfschmerzen • Gewichtszunahme • Übelkeit

Neben diesen Nebeneffekten besteht ein erhöhtes Risiko für eine Blasenentzündung, Eileiterschwangerschaft oder Mehrfachschwangerschaft.

Wo sollte ich eine IVF-Behandlung durchführen lassen?

Letztendlich liegt die Entscheidung, wohin Sie gehen, um eine IVF-Behandlung zu erhalten, bei Ihnen und Ihrem Partner, sofern Sie einen haben. Achten Sie jedoch darauf, akkreditierte Kliniken, renommierte Ärzte und Erfahrungen von anderen Patienten im In- und Ausland zu berücksichtigen, bevor Sie Ihre Wahl treffen.

Die IVF ist eine bedeutende körperliche, emotionale und finanzielle Investition, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Bedenken Sie sorgfältig Ihre Fruchtbarkeitsoptionen, Ihr psychisches Wohlbefinden und Ihre Stressbelastung, bevor Sie sich zu Hause oder im Ausland einer IVF-Behandlung unterziehen.

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