Guide für Zahnimplantate

Sich aufgrund seiner Zähne unwohl zu fühlen, kann im Alltag stark belasten. Zahnimplantate bieten heutzutage glücklicherweise eine großartige Möglichkeit, die Gesundheit Ihres Mundes auf unkomplizierte Weise wiederherzustellen. Dabei sind Sie mit der Entscheidung für diese Art der zahnmedizinischen Behandlung längst nicht allein: über 1,3 Millionen Zahnimplantate werden jedes Jahr hierzulande eingesetzt - Tendenz steigend. Doch was ist ein Zahnimplantat genau? Wie läuft eine Behandlung ab? Und wie teuer ist ein Zahnimplantat? Genau diese Fragen wollen wir mit diesem Ratgeber klären.

Was ist ein Zahnimplantat und wie ist es aufgebaut?

Ein Zahnimplantat ist ein künstlicher Zahn, welcher in den Kieferknochen eingesetzt wird und den natürlichen Zahn samt Zahnwurzel ersetzt. Dies kann der Fall sein, falls der Zahn stark beschädigt ist, oder sogar ganz fehlt.

Es besteht aus drei Teilen: Dem Implantat selber, welches als Zahnwurzelersatz dient, die darüberliegende Krone oder Prothese, und das Abutment, welches beide Teile verbindet.

Das Zahnimplantat wird oft fälschlicherweise als der gesamte Zahnersatz angesehen, dabei beschreibt es tatsächlich nur den Implantatkörper. Dieser wird in den Kieferknochen geschraubt, um fest verankert zu sein. Die Form wird bei Ihnen individuell angepasst.

Das Abutment (der Implantataufbau) wird von Ihrem Zahnarzt dann auf das Implantat aufgesetzt, und dient als Bindeglied zwischen Krone und dem eigentlichen Implantat.

Was Sie von Ihrem Zahnimplantat am Ende tatsächlich sehen, ist die Zahnkrone. Für diese müssen Sie sich jedoch ein wenig gedulden; sie wird individuell gefertigt und erst nach ein paar Monaten auf das Implantat aufgesetzt. Ihr Zahnarzt passt diese dabei farblich so an, dass man keinen Unterschied zu Ihren natürlichen Zähnen erkennen kann.

Was ist ein Zahnimplantat

Welche Arten von Zahnimplantaten gibt es?

Man kann Implantate nach Material, Form und System unterscheiden. Wir möchten an dieser Stelle besonders auf die verschiedenen Systeme eingehen.

Einteilige Zahnimplantate:

Wie der Name schon verrät, handelt es sich hierbei um ein Zahnimplantat, welches aus nur einem Teil besteht: nämlich einer Zusammensetzung aus Implantatkörper und Abutment. Aufgrund seiner praktischen Beschaffenheit wird es gerne für kleine Zahnlücken verwendet. Nachteil bei dieser Methode ist allerdings, dass es etwas aus dem Zahnfleisch herausragt, und somit die Heilungsphase etwas länger dauern kann.

Zweiteilige Zahnimplantate:

Die weitaus häufiger verwendete Art ist das zweiteilige Zahnimplantat. Wie wird bereits oben erfahren haben, wird dabei das Implantat in den Kieferknochen eingesetzt, und das Abutment plus Krone aufgesetzt. Der Vorteil? Sehr viel mehr Freiraum in der Gestaltung und individuellen Anpassung des Implantats. Ihr Zahnarzt kann mithilfe von Winkel und Form den Zahnersatz maßschneidern, und ihn so sehr gut in die restliche Zahnreihe einfügen.

Aus welchen Materialien besteht ein Zahnimplantat?

Heutzutage nutzen Zahnärzte meist eins von zwei Materialien für Zahnimplantate: Titan oder Keramik. Doch worin genau besteht der Unterschied und welche Vor- und Nachteile hat jede Art? Das möchten wir an dieser Stelle einmal genauer erklären.

Titan:

Zahnimplantate aus Titan sind praktisch der Klassiker, und werden seit Jahrzehnten als Zahnersatz eingesetzt. Sie verbinden sich sehr gut mit dem Kieferknochen, was vor allem an der Oberfläche von Titan liegt. Außerdem hat Titan eine extrem lange Haltbarkeit und wird von den meisten Menschen sehr gut vertragen. Dennoch reagiert ein kleiner Prozentsatz von Patienten allergisch auf das Metall, und sollte demnach auf ein anderes Material ausweichen.

Keramik:

Wer Unverträglichkeiten gegen Titan hat, der ist mit Keramik besser beraten. Genauso wie Zahnimplantate aus Titan haben Keramikimplantate eine gut Biokompatibilität, das heißt, dass der Körper es gut aufnimmt. Ein großer Pluspunkt ist außerdem, dass es aufgrund der weißen Farbe für ein sehr ästhetisches Aussehen sorgt und der Zahnfarbe selber sehr nahe kommt. Ein Nachteil von Keramik ist jedoch, dass es weniger robust und stabil als Titan ist, und so leichter brechen kann.

Frau lächelt und zeigt ihre Zähne vor und nach dem Einsatz von All-On-6 Implantaten.

Frau lächelt und zeigt ihre All-on-6 Implantate.

Wie läuft eine Behandlung mit einem Zahnimplantat ab?

Auch wenn jeder zahnmedizinische Eingriff individuell ist, und man keinem in Stein gemeißelten Prozess folgen kann, so gibt es doch allgemein gültige Schritte. Sie können sich demnach auf folgende Behandlungsphasen einstellen:

1. Planung der Behandlung

Ihr erster Schritt ist immer das Besprechen des Eingriffs mit Ihrem Zahnarzt. Dafür benötigt Ihr Zahnarzt ein aktuelles Röntgenbild von Ihrem Mund, um die Lage richtig einschätzen zu können. Vielleicht werden auch noch zusätzliche Untersuchungen nötig, wie beispielsweise ein CT-Scan zur Überprüfung Ihrer Knochenmasse.

2. Vorbereitung auf die OP

Sollte während der ersten Untersuchungen festgestellt worden sein, dass Sie vor der Operation zusätzliche Behandlungen, wie z. B. ein Knochentransplantat oder einen Sinuslift benötigen, so wird dieser Eingriff vorweg geplant. Je nachdem, wie viel zusätzliche Knochenmasse erforderlich ist, kann ein Knochentransplantat gleichzeitig mit der Implantatoperation oder in einer separaten Sitzung durchgeführt werden.

3. Die Implantate anbringen

Der eigentliche Eingriff fällt bei jedem Patienten unterschiedlich lang aus, je nachdem, wieviele Implantate Sie bekommen, und wie komplex Ihre OP ist. In der Regel dauert dieser Schritt jedoch zwischen 1-6 Stunden. Sie erhalten eine lokale Anästhesie, damit der Mundbereich ausreichend betäubt ist, und Sie keinerlei Schmerzen verspüren. Um die Implantate einzusetzen, legt Ihr Zahnarzt zuerst vorsichtig den Kieferknochen frei, um das Implantat dort einzuschrauben. Ist dies geschehen, wird Ihr Zahnfleisch anschließend über dem Implantat zugenäht.

4. Die Genesungszeit

Wie lange dauert es, bis mein Zahnimplantat verheilt ist? Diese Frage haben Sie sich bestimmt auch schon gestellt. Generell gilt: Geduld ist angebracht. Geben Sie Ihrem Implantat Zeit, Teil des Kiefers zu werden und mit ihm ausreichend gut zu verwachsen. Denn nur dann hält es in Zukunft auch sicher bombenfest, und Sie müssen sich keine Sorgen um die Stabilität des Implantats machen. Dieser Genesungsprozess ist auch als Osseointegration bekannt, und dauert in der Regel insgesamt etwa 4-6 Monate.

5. Anbringen des Abutments und der Krone

Sobald Ihr Zahnfleisch abgeheilt ist, wird Ihr Zahnarzt das Abutment auf dem Implantat befestigen. Dann werden Abdrücke von Ihrem Mund genommen, um eine individuelle Krone herzustellen, die zum Rest Ihrer natürlichen Zähne passt. Dies dauert in der Regel etwa 4-10 Tage. Sobald die Krone angefertigt ist, wird sie eingesetzt, um einen natürlich aussehenden Zahnersatz zu schaffen.

6. Die Nachsorge

Sie sollten sich darauf einstellen, dass es nach dem Einsatz Ihres Zahnimplantats zu Blutergüssen und Schwellungen kommen kann - diese Phase hält jedoch nicht lange an. Der langfristige Erfolg Ihres neuen Implantats hängt von einer guten Mundhygiene ab. Achten Sie auf eine gute Zahnputztechnik, sowohl für Ihr Implantat als auch für das umliegende Zahnfleischgewebe. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und Zahnreinigungen bei Ihrem Zahnarzt - alle 6-12 Monate - sind ebenfalls der Schlüssel zu einem langlebigen Implantat.

Die All-on-4 vs. All-on-6 Methode

Zahnimplantate werden meist entweder nach der sogenannten All on 4 Methode, oder der All on 6 Methode in den Kiefer eingesetzt. Was diese Arten ausmacht und worin die Unterschiede bestehen, erklären wir Ihnen nun.

All-On-4 Implantate

Wie der Name schon verrät, werden bei der All-On-4 Implantat Technik alle im Mund befindlichen Implantate von nur vier einzelnen Implantaten getragen. Diese werden, um den gesamten Zahnbogen zu stützen, entweder im Oberkiefer oder Unterkiefer eingesetzt (manchmal auch in beiden).

All-On-6 Implantate

Ähnlich wie bei All-On-4 Implantaten werden bei der Technik der All-on-6 Implantate sechs Zahnimplantaten im oberen oder unteren Kieferknochen eingesetzt. Diese müssen denn 10-14 individuelle Kronen tragen. 

Gerade bei Patienten mit starkem Zahnverlust (oder bei heftiger Beschädigung der Zähne) empfiehlt sich eine der beiden Techniken, da diese oft bessere Ergebnisse erzielen, als einzelne Implantate es könnten. Aber auch bei zu geringer Knochendichte, welche den Einsatz von Einzelimplantaten verhindert, bieten sie sich an.

Oft gefragt:

Welche Ergebnisse können mit Zahnimplantaten erzielt werden?

Welche Risiken gibt es bei dem Einsatz von Zahnimplantaten?

Bin ich für ein Zahnimplantat geeignet?

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