Das Leben kurz nach der Haartransplantation: Rauchen? Alkohol? Sonne? Sex? - Besser nicht, aber warum?

Natürlich halten Sie sich nach Ihrer Haartransplantation gerne an die Anweisungen Ihres Arztes, Ihre neuen Haare sollen ja schließlich gut nachwachsen. Aber fragen Sie sich nicht trotzdem manchmal, warum Manches in der ersten Zeit nach der Transplantation verboten ist? Wir bringen ein wenig Licht ins Dunkel der häufigsten Verbote:

Rauchen

Dass Rauchen sich auf den Körper auswirkt, ist ja hinlänglich bekannt. In Bezug auf die Kopfhaut und Ihre neu verpflanzten Haarfollikel gibt es 2 Punkte, die von Bedeutung sind: Der Effekt von Nikotin auf 1. die Wundheilung und 2. den Blutfluss in die Haarfollikel.

Der Blutfluss eines gesunden Menschen schafft gute Bedingungen für die Genesung und das Haarwachstum. Nach der Transplantation ist ihre Kopfhaut buchstäblich mit tausenden kleiner Einschnitte übersät! Die müssen in den nächsten Wochen erst einmal richtig abheilen, damit Ihre Haartransplantate überhaupt eine Überlebenschance haben.

Rauchen verengt die Blutgefäße und das Kohlenmonoxid im Zigarettenrauch verringert den Sauerstofftransport im Blut. Das verlangsamt wiederum die Heilungsprozesse im Körper. Dadurch haben Infektionen leichtes Spiel und auch Narbenbildung kann hierdurch begünstigt werden.

Wenn die Wunden auf Ihrer Kopfhaut nicht schnell genug heilen, sind die transplantierten Haare länger durch Krusten und Wundschorf bedeckt, was die Sauerstoffzufuhr zusätzlich vermindert. Das macht es wahrscheinlicher, dass später kein Haarwachstum stattfindet.

Starke Raucher sind natürlich gefährdeter, aber schon einige wenige Zigaretten können Auswirkungen auf den Körper und den Heilungsprozess haben. Die meisten Ärzte gehen daher lieber auf Nummer sicher und raten für einige Zeit nach der Transplantation generell vom Rauchen ab.

Es gibt nicht viele Studien, die sich konkret mit dem Einfluss des Rauchens auf Haartransplantationen befassen. Deshalb ist unklar, wie lange man vor und nach einer Haartransplantation auf das Rauchen verzichten sollte. Die Empfehlungen reichen von einem Monat bis zu 3 Tagen im Vorfeld der OP und einer Woche bis zu einem Monat nach der Behandlung.

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Alkohol

Alkohol wirkt sich auf unser Blut aus, verdünnt es und beeinträchtigt die Gerinnungsfähigkeit.

In den Tagen nach der OP kann das problematisch sein. Selbst kleinste Wunden an der Kopfhaut bluten stark, da sich unter der Kopfhaut viele Blutgefäßen befinden. Ihr Arzt wird Sie deshalb bitten, die Einnahme jeglicher blutverdünnender Mittel zu unterlassen oder einzuschränken (dies ist auch der Grund, weshalb Sie Ihren Arzt vor der OP über die Einnahme blutverdünnender Medikamente oder Vitamine unterrichten müssen).

Alkohol reagiert außerdem negativ mit den örtlichen Betäubungsmitteln, die bei der Haartransplantation eingesetzt werden.

Nach der Behandlung besteht immer noch das Risiko auf Blutungen, weshalb Sie auch nach der OP einige Zeit lang keinen oder wenig Alkohol trinken sollten. Weitaus gravierender ist jedoch, dass sich Alkohol nicht mit den Antibiotika verträgt, die Sie gegen mögliche Infektionen verschrieben bekommen.

Auch ein gesunder Schlaf und eine ausgewogene Ernährung unterstützen die Heilung. Alkohol durchbricht Ihren Schlafrhythmus und verhindert die Aufnahme einiger für die Heilung wichtiger Nährstoffe durch den Körper.

Auch, wenn es verlockend ist: Verzichten Sie lieber auf das Bier vor der OP oder den Champagner zu Feier des Tages danach. Halten Sie sich stattdessen an das Alkoholverbot, Ihren Haaren zuliebe.

Sex

Eventuell rät Ihnen Ihr Arzt, 3 bis 7 Tage nach Ihrer Haartransplantation keinen Sex zu haben. Das ist keine reine Bosheit, auch wenn es vielleicht so klingt!

Sex ist anstrengend, daran lässt sich nicht rütteln. Und sie sollten Ihre körperliche Betätigung generell in den ersten 2 Wochen einschränken. Beim Sex steigt Ihr Blutdruck, was zu Blutungen führen könnte - diese Hypothese ist allerdings nicht hinreichend bewiesen.

Es geht auch eigentlich eher darum, dass Sie oder Ihr Partner im Eifer des Gefechts aus Versehen an Ihren Transplantaten ziehen oder Sie sich stoßen und die Grafts so beschädigen könnten. Das führt dann definitiv zu Blutungen, was nicht mehr ganz so sexy ist.

Die Grafts brauchen zwischen 4 und 12 Tagen, um anzuwachsen. In dieser Zeit sollten Sie oder andere den Bereich möglichst nicht berühren. Deshalb: Schlafen Sie mit einem Nackenkissen, um den Kontakt mit dem Bett oder Ihrem Kopfkissen so gut wie möglich zu beschränken. Seien Sie vorsichtig beim Ein- und Aussteigen ins bzw. aus dem Auto, man stößt sich schneller als man denkt. Und verzichten Sie ein paar Tage lang auf Sex, auch wenn es schwerfällt.

Direkte Sonneneinstrahlung

Ihnen wird bestimmt gesagt, dass Sie Ihren Kopf nach der Transplantation vor direkter Sonneneinstrahlung schützen sollten - und zwar einige Monate lang. Zum einen geht es darum, Sie am Schwitzen zu hindern. Schweiß begünstigt das Bakterienwachstum auf der Haut. Wenn man sich dann nicht gründlich wäscht, kann dies zu Infektionen führen.

Nach der Haartransplantation ist das mit dem gründlichen Waschen allerdings schwierig. Sich den Kopf zu waschen ist zwar erlaubt, aber anfassen, rubbeln oder schrubben nicht.

Zum anderen sollen Sie keinen Sonnenbrand abbekommen. Warum? Wegen Ihrer mit Einschnitten übersäten Kopfhaut - Sie erinnern sich. Die Haut um die Wunden herum muss sich regenerieren. Erst dann entstehen die Zelltypen, die dunkle Pigmente bilden, und uns vor der UV Strahlung schützen. Wenn Sie Ihre Kopfhaut zu früh der Sonne aussetzen, dann kann das die Heilung verlangsamen und Narbenbildung fördern.

Sonnenlicht dringt außerdem in tiefere Hautschichten ein, die länger zur Heilung brauchen, als die oberen Schichten. Wenn Sie nun aber einen Sonnenbrand auf der Kopfhaut bekommen, bevor diese Schichten abgeheilt sind, dann kann neben den Haarfollikeln auch das Gewebe geschädigt werden.

Halten Sie sich also lieber an die Anweisungen Ihres Arztes und tragen Sie einen Hut oder benutzen ausreichend Sonnencreme.

Schwimmen

Viele Patienten wählen die Türkei für eine Haartransplantation, um Ihre Gesundheitsreise in einen Kurzurlaub auszudehnen. Und warum auch nicht? Sonne, Sand und Meer - was gibt es schöneres? Theoretisch dürfen Sie ja auch im Pool schwimmen gehen, wenn Sie Ihren Kopf über Wasser halten. Soweit alles gut. Aber dann will das Kind neben Ihnen mit einem einzigen Sprung unbedingt das gesamte Wasser aus dem Pool entfernen und - platsch - schon ist Ihr Kopf doch nass geworden!

Poolwasser enthält Chlor und das kann die Transplantate schädigen oder sogar abtöten. Vom Planschen im Pool wird Ihnen also eher abgeraten und auch Süßwasser in Teichen, Flüssen oder Seen kann Schadstoffe enthalten.

Salzwasser wurde früher als Kur für verschiedenste Beschwerden empfohlen. Mittlerweile sind unsere Ozeane aber leider alles andere als sauber, und somit eher Infektionsrisiko als Heilmittel. Auch der Sand kann Reizungen hervorrufen, wenn er mit dem transplantierten Bereich in Kontakt kommt.

Sie werden also für mindestens 14 Tage auf die Liege neben dem Pool verbannt (in den Schatten eines Sonnenschirmes natürlich).

Sauna/Dampfbäder

Viele Leute gehen regelmäßig in die Sauna oder nehmen ein Dampfbad. Aber leider ist Schweiß nun mal Schweiß, ganz egal, ob er durch Sonnenlicht und Hitze oder Saunen und Dampfbäder entsteht.

Außerdem bieten Saunen und Dampfbäder mit Ihrem feuchtwarmen Klima optimale Lebensbedingungen für Bakterien. Die Wunden in Ihrer Kopfhaut sind praktisch eine offene Tür und Sie fangen sich in Nullkommanichts eine Infektion ein.

Die Hitze kann außerdem die Blutgefäße weiten. Hautrötungen, die nach dem Eingriff auftreten, halten dann im schlimmsten Fall länger an als normal. Ihnen wird daher meist für 14 Tage bis einem Monat von Sauna und Dampfbad abgeraten.

Scharfes oder salziges Essen

Scharfes Essen kann blutverdünnende Eigenschaften haben, genau wie Knoblauch und Multivitamine. Das erhöht das Risiko auf Blutungen, deshalb empfehlen viele Ärzte den Konsum dieser Lebensmittel einzuschränken oder ganz zu vermeiden, zumindest für einige Tage.

Schwellungen werden durch die örtliche Betäubung hervorgerufen und sind normal. Viele Kliniken stellen ein Stirnband für Sie bereit und empfehlen regelmäßig kalte Kompressen aufzulegen. Salziges Essen kann aber die Schwellungen verstärken, deshalb raten einige Ärzte vorsichtshalber von salzigen Speisen ab.

Die Gesundheit geht vor

Die Anweisungen zur Nachsorge, die Ihnen Ihr Arzt nach der Transplantation mitgibt, mögen unpraktisch und unnötig klingen. Aber bedenken Sie, was Sie investiert haben, an Körpereinsatz, Geld und Zeit! Diese Ratschläge sollen Ihrem Körper die besten Heilungschancen ermöglichen und Ihrem Haar die beste Aussicht auf Wachstum.

Und mit der Aussicht auf Jahrzehnte mit neuem Selbstbewusstsein: was sind da schon ein paar Wochen oder Monate Verzicht?

Sind Sie bereit für den ersten Schritt zur neuen Haarpracht? Kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen auf Ihrem Weg!

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Über den Autor

Coree Howard, Autorin

Coree bringt Erfahrung im international development und der Reisebranche mit und ist ausgebildeter Gesundheitscoach. Ihr Einstieg bei Qunomedical als Gesundheitsberaterin hilft ihr dabei, jetzt als Autorin die Bedürfnisse unserer Patienten besser zu verstehen. Sie weiß genau, was Patienten wissen möchten, wenn sie nach den besten Behandlungsmöglichkeiten suchen.

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